(Leber)transplantation! Was nun?


Am Anfang steht die Diagnose, dann kommt der Schock. Fragen über Fragen. Wie geht es weiter, was wird passieren? Was in der Zukunft passieren wird, kannst du nicht wissen. Aber glaube mir, du bist nicht allein!

In meinem Blog dreht es sich für gewöhnlich um alltägliche Sachen. Dieser Artikel dreht sich um das Thema Lebertransplantation und wie wir als Eltern damit umgegangen sind und jetzt damit leben. Jede Geschichte ist anders und betroffene Familien gehen damit ganz unterschiedlich um. Ich möchte unsere Erfahrungen teilen, um ein wenig Licht ins Dunkel des Mysterium Organtransplantation zu bringen und den Menschen, die das alles noch vor sich haben einen Einblick in ihre mögliche Zukunft zu geben.

DIE DIAGNOSE

Es gibt viele Grunderkrankungen, die eine Lebertransplantation notwendig machen. Bei Kindern bzw. Säuglingen dreht es sich meist um angeborene (Gen)fehler, die teilweise noch so unerforscht sind, dass ein Erklärungsversuch immer nur sehr theoretisch und spekulativ abläuft. Unsere Tochter wurde mit einer Gallenengangsatresie geboren die angeblich erst um den Zeitpunkt der Geburt entsteht. Mir ging es allerdings ungefähr 1,5 Monate vor dem errechneten Geburtstermin sehr schlecht und ich hatte starke Schmerzen im Bauchbereich, die ich fälschlicher Weise als Vorwehen deutete. Dass ich in dieser Zeit komplett gelb im Gesicht war, ging bei der Untersuchung im Krankenhaus unter und es wurde kein Grund für mein Leiden gefunden. Ab diesem Zeitpunkt stieg mein Fruchtwasserspiegel in ungeahnte Höhen, was auf einen Organschaden beim Ungeborenen hindeutete. Im Rahmen der Transplantationsvoruntersuchungen und Erhebungen der möglichen Spender für meine Tochter, wurde bei mir eine nicht lange zurückliegende Hepatitis E-Infektion festgestellt, die offiziell allerdings nichts mit dem Krankheitsgeschehen zu tun hatte.

Weil ich mich nicht zu sehr in medizinische Details verlieren möchte, ist ein Link zu einer sehr guten Website, die Informationen zu den üblichen Grunderkrankungen bei Kindern liefert und mögliche Vorgangsweisen aufzeigt:

https://lebertransplantation.eu/transplantation/vor-der-transplantation/lebertransplantation-bei-kindern/

Grundsätzlich muss eines gesagt werden: niemand sucht sich freiwillig aus, Elternteil von einem leberkranken Kind zu werden. Aber wenn es dann so ist, obliegt uns eine riesige Verantwortung, die wir an niemanden abgeben können. Für mich war es sehr wichtig, über alles Bescheid zu wissen und mich auszukennen. Für die behandelnden Ärzte ist dein Kind ein Patient unter vielen. Für dich ist dein Kind dein Leben, welches gerettet gehört. Die Aufgabe einer mündigen Patientenmutter ist, den Ärzten zu vertrauen, bei Situationen, die sich dir nicht klar erschließen nachzufragen und im Falle eines nicht nachvollziehbaren Vorgehens auf den Putz zu hauen.

Als unsere Tochter auf die Welt kam, deutete nichts, abgesehen vom erhöhten Fruchtwasserspiegel, darauf hin, dass sie krank war. Im Gegenteil. Sie trank Unmengen Muttermilch, was von den Hebammen als Zeichen von Vitalität gedeutet wurde. Dass sie damit, die Unfähigkeit gewisse Nährstoffe aufnehmen zu können ausglich, ahnte damals noch keiner. Nur mir kam das im Vergleich zu meinem Erstgeborenen „irgendwie komisch“ vor.

In den nächsten Lebenswochen wurde sie immer gelber und der Bauch war verdächtig groß. Ich war mit ihr zweimal beim Kinderarzt, der mich im Nachhinein betrachtet belächelte und sagte, Babys dürfen einen großen Bauch haben und der Gelbstich rühre von einem Muttermilchikterus: https://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/muttermilchikterus/607

Hätte er mich genauer nach der Trinkmenge befragt, wäre ihm ein Bluttest wichtiger gewesen, als mich auf das „Breitwickeln“ aufmerksam zu machen. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Die mütterliche Intuition darf man nicht unterschätzen.

Als unser 6 Wochen altes Baby auf einmal am ganzen Körper blaue Flecken bekam und wir mit Blaulicht ins Krankenhaus fuhren, wurde nach unzähligen Untersuchungen der erschütternde Verdacht geäußert, dass eine „Gallengangsatresie“ besteht. Für eine genaue Diagnosestellung wurden wir nach Wien ins AKH überstellt.

Als wir die zuständige Station betraten, beschlich uns das Gefühl, dass die Kleine hier nicht mehr lebend rauskommen würde. Das Pflegepersonal war nett aber ziemlich gestresst. Die Krankenzimmer unfreundlich und alt. Der Arzt, der die Aufnahmeuntersuchung durchführte verstach die Venen unseres brüllenden Babys 18 mal, bevor er auch nur zu einem einzigen Tropfen Blut kam. Die Fachärzte, die später zu uns stießen, waren wenig bereit uns notwendige Informationen bekannt zu geben oder uns die Dinge geduldig zu erklären. Unser Kind war eines unter vielen. Für die Ärzte war es ein Job. Noch kannten sie mich nicht. Ich musste meine Rolle erst finden.

Als die Diagnose letztendlich feststand, warteten wir ewig auf einen OP-Termin. Bei einer Gallengangsatresie besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, die Leber durch eine Kasai-Operation zu retten oder die Transplantaion wenigstens für einige Zeit aufzuschieben. Die Operation muss in den ersten 60 Lebenstagen durchgeführt werden. Klara wurde am Tag 78 operiert, was natürlich viel zu spät war. Die Operation wurde abgebrochen, weil die Leber nicht mehr zu retten war.

https://www.chirurgie-portal.de/allgemeinchirurgie/gallengang-operation/operation-verschlossener-gallengang-neugeborenes-gallengangs-atresie.html

VOR DER TRANSPLANTATION

Als wir erfuhren, dass die Kasai-OP nicht mehr durchführbar war, saßen mein Lebensgefährte und ich geschockt im Aufwachraum und warteten, dass unser Baby von der Narkose aufwachte. Ich kann nicht mehr sagen, wie lange wir warteten. In dieser Situation verloren wir das Zeitgefühl und die Dinge, die um uns passierten, erschienen mir unendlich weit weg. Irgendwann kam der zuständige Facharzt zu uns und beantwortete die ihm gestellten Fragen kurz und knapp. Mir ist klar, dass ein Arzt kein Psychologe ist. Aber genau deshalb erwarte ich mir eine fachliche Kompetenz, wenn es um sein Gebiet geht. Aber dazu komme ich noch später.

Für uns war es jetzt natürlich das Wichtigste, zu erfahren, wer als möglicher Lebendspender in Frage kam, falls unsere Tochter kein passendes Organ zeitgerecht von der Warteliste erhalten würde. Die Vergabe ist streng geregelt, durch unterschiedliche gesetzliche Regelungen in den verschieden Ländern, herrscht leider ein Mangel an transplantierbaren Organen.

https://www.eurotransplant.org/cms/index.php?page=pat_austria

Nieren-, und Leberpatienten kann das Leben durch eine Organspende von lebenden Angehörigen gerettet werden, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind und das ganze Prozedere von einer Ethikkommission abgesegnet wird. Dadurch wird die Freiwilligkeit einer Organspende bestätigt und dem kommerziellen Organhandel vorgebeugt.

http://www.transplantation-verstehen.de/spezialthemen/lebendspende/voraussetzungen/

Laut Aussage des zuständigen Arztes im AKH Wien, hätte Klara (sie hat Blutgruppe AB positiv) ein Organ der Blutgruppen AB und 0 erhalten können, wir sollen in der Verwandtschaft nach diesen suchen. Diese Aussage war schlichtweg falsch und uns wäre einiges erspart geblieben, wenn wir uns gleich an ein anderes Transplantationszentrum gewandt hätten. Obwohl ich mich aufgrund meiner Ausbildung bezüglich Blutgruppenverträglichkeiten auskenne, vertraute ich dem Arzt und nahm diese „Tatsache“ als gegeben hin.

http://www.transplantation-verstehen.de/spezialthemen/lebendspende/voraussetzungen/abo-inkompatible-spenden.html

Je älter und größer das Baby ist, umso leichter ist es, eine Transplantation durchzuführen. Mit jedem Millimeter Durchmesser, den die Blutgefäße mehr messen, wächst die Erfolgschance das neue Organ „leckfrei“ zu installieren. Jeder Tag, ohne der anfänglich starken medikamentösen Immunsuppression, durch die einer Abstoßung des fremden Organs vorgebeugt wird, ist ein gewonnener Tag. Das Risiko einer gefährlichen Infektion posttransplant ist hoch.

Somit wurde auch bei unserer Tochter die Transplantation so weit wie möglich nach hinten verschoben und die nicht mehr erfüllten Aufgaben der Leber durch viele Medikamente ersetzt. Zum Schluss erhielt sie 17 Medikamente morgens und 16 abends. Sie musste von den Medikamenten immer wieder erbrechen. Mein Lebensgefährte und ich schnapsten uns täglich aus, wem diese ungeliebte Aufgabe zu teil wurde.

Medikamente ersetzten die Leberfunktion nur bedingt. Die Blutwerte und der Ernährungszustand unserer Tochter wurden immer schlechter. Die Kontrolltermine im AKH wurden immer engmaschiger, zum Schluss fuhren wir fast wöchentlich in die 350 Kilometer entfernte Hauptstadt, um teilweise nicht einmal mehr nach Hause entlassen zu werden. Ich kann mich an einen Besuch erinnern, an dem ich aus Betreuungsgründen meinen drei Jahre alten Sohn im Schlepptau hatte. Wir sind frühmorgens in den Zug gestiegen um unseren Termin am Vormittag wahrnehmen zu können. Die Blutgerinnungswerte der Kleinen waren so schlecht, dass Lebensgefahr bestand und wir mussten acht Tage im Krankenhaus bleiben. Mit meinem kleinen Sohn schlief ich in dieser Zeit gemeinsam in einem Begleitbett, weil ich ihn ja nicht einfach alleine heim schicken konnte. Irgendwie schaffte ich es, neben den ganzen Krankenhaus-Tamtam auch noch einen kleinen Jungen zu versorgen und zu unterhalten. Im Nachhinein betrachtet, wundere ich mich, wie wir das alles hinbekommen haben.

Die Transplantation wurde immer unabwendbarer. Einen Spender innerhalb der Familie hatten wir mit der gewünschten Blutgruppe nicht gefunden. Klara schlief fast nur noch, es schien alles ausweglos. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was den Ausschlag gab, die Blutgruppengeschichte noch einmal zu hinterfragen. Jedoch nahm ich Kontakt zur Uniklinik Innsbruck auf, um mir eine medizinische Zweitmeinung einzuholen. Das Ergebnis war erschütternd und befreiend zugleich. Jeder von uns kam als Lebendspender in Frage.

Mit dieser Information und der fachlichen Unterstützung im Gepäck, fuhr ich nach Wien um den Verantwortlichen die Leviten zu lesen. Bis jetzt hat sich bei uns niemand entschuldigt oder eine plausible Erklärung für diesen fatalen Irrtum geliefert. Allerdings bekamen wir innerhalb von drei Wochen einen Aufnahmetermin in der MHH (Medizinische Hochschule Hannover), die sich bereit erklärte, die Transplantation durchzuführen und in unserer Familie den geeignetsten Spender zu eruieren.

Letztendlich machte die Schwester meines Lebensgefährten das Rennen. Ihr zarter linker Leberlappen passte optimal zu den hauchdünnen Blutgefäßen unserer Tochter und sie zögerte keine Sekunde an ihrer Entscheidung, unserem Kind ein zweites Leben zu schenken.

Die Lebertransplantation

Während mein Sohn schon in Schottland bei meiner Mama „urlaubte“, fuhren meine Tochter und ich mit der Rettung von Wien nach Hannover. Klara schlief die ganze Fahrzeit über, was meinen blanken Nerven sehr entgegen kam. Als wir nach vielen Stunden Fahrzeit nachts ankamen, konnte ich die Größe dieses Krankenhauskomplexes nur erahnen. Die Rettungssanitäter brachten uns auf die zuständige Station und fuhren direkt wieder nach Österreich. Eine Krankenschwester brachte uns ins Zimmer, das die nächsten Tage nur uns zur Verfügung stand. Bevor wir mit anderen Patienten in Kontakt kommen durften, wurde abgeklärt, ob Klara irgendeinen multiresistenten Krankenhauskeim in sich trug.

Wenn man das halbseidene Dahingetue eines inkompetenten Krankenhaus gewohnt ist, kann einen die notwendige Genauigkeit vor einer Organtransplantation sehr fordern.

Ab dem Zeitpunkt unseres Check-Ins in Hannover musste ich jede Flüssigkeitsaufnahme und Ausscheidung von Klara akribisch dokumentieren. Das heißt, sie kam vor und nach dem Stillen auf die Waage, jedes Fläschchen musste vom Pflegepersonal ausgehändigt werden und von mir dokumentiert werden. Windeln wurden ebenfalls verwogen. Der Sinn dahinter war, ihre Aszites (Bauchwasser) vor der Transplantation in den Griff zu bekommen und die Medikamente dagegen genau einzustellen. https://lebertransplantation.eu/die-leber/leberzirrhose/komplikationen-der-leberzirrhose/aszites/

Mit dem Stillen habe ich bald aufgehört, durch den Stress hatte ich kaum mehr Milch und die Rahmenbedingungen haben das Ganze einfach verkompliziert.

Mittlerweile war auch meine Schwägerin aus Österreich angereist. Obwohl es eigentlich schon klar war, dass sie die Spenderin sein wird, wurden bei ihr noch unzählige Untersuchungen durchgeführt. Weil sie erst ab dem Zeitpunkt der Transplantation stationär im Krankenhaus aufgenommen wurde, wohnte sie in einem Hotel in der Nähe. Das Zimmer war für mich reserviert und von der Krankenkasse bezahlt. Noch durfte ich bei meiner Tochter im Krankenhaus schlafen und somit blieben uns Extrakosten erspart.

Neben den ganzen medizinischen Checks, die Klara und meine Schwägerin hinter sich brachten, lag der entscheidende Termin vor der Ethikkommission noch vor uns.

An einem brutal heißen Augusttag, fuhren wir mit dem Taxi zu der uns genannten Adresse. Ein Lift brachte uns viele Stockwerke hinauf und in dem klimatisierten Warteraum stieg unsere Nervösität ins Unermessliche. Natürlich gab uns die Ethikkommission ihren Sanktus zu unserem Vorhaben, aber so eine wichtige Entscheidung kann einem schon dazu bringen, im Vorfeld im Kreis zu laufen.

Zwei Tage vor der Transplantation kam auch endlich mein Lebensgefährte nach. Er hatte ein paar Tage von der Arbeit freibekommen, um uns und vor allem unserer Tochter beizustehen. Bis zum Tag der Transplantation, wohnte er mit meiner Schwägerin gemeinsam im Hotel.

Am Tag der Transplantation wurde als erstes meine Schwägerin geholt. Während sie bereits um 7 Uhr morgens im OP-Saal ihres linken Leberlappens „entledigt“ wurde, brüllte unser Baby vor Hunger und Durst. Bis das kleine Transplant übergabefertig war, vergingen einige Stunden und um ungefähr 11 Uhr wurde unsere Tochter geholt. Wir durften sie bis vor die Schleuse begleiten, hinter der der geschlossene OP-Bereich anfing. Vor der Türe bekam sie vom Anästhesisten ein Narkosemittel und wir sahen nur noch, wie sich ihre auf uns fixierten Augen langsam schlossen, während sie in ihrem Bettchen durch die Schleuse fuhr. Was im OP-Saal vor sich ging, konnten wir uns nur vorstellen, während wir mit großem Bangen auf unsere Liebsten warteten. Ich habe einen Blog gefunden, in dem die Protagonistin ihre Erfahrungen mit uns teilt. Vielen Dank!

https://lebenmit3lebern.com/2019/04/01/story-time-part-8/?fbclid=IwAR0l9Tt_6-0C_falv7X6UU1RLNSjk8g9yLMnUtZ14OIQFlTivxY68DLzFkI

Normalerweise wird eine Lebertransplantation in zwei Phasen durchgeführt. Erst wird die „neue“ Leber transplantiert und dann wird abgewartet, wie die Durchblutung funktioniert und so weiter. Im nächsten Schritt wird der Darm an die neue Leber „angeschlossen“, damit die Gallenflüssigkeiten abrinnen können. Zwischen den zwei Schritten wird ein Tag Pause gemacht und der Patient liegt in der Zwischenzeit im künstlichen Tiefschlaf.

Bei unserer Tochter lief alles wie am Schnürchen, also entschieden die Ärzte, die Operation an einem Tag zu beenden und sie ihren Bauch gleich zuzumachen. Während wir bei meiner mittlerweile erwachten Schwägerin im Zimmer waren, bekamen wir den Anruf, es sei alles gut gegangen und wir könnten zu unserer Tochter. Mit Freudentränen in den Augen eilten wir auf die Intensivstation, um unsere Klara zu besuchen. Innerhalb von wenigen Stunden ist das schmutzige Gelb ihres Hauttones gewichen und ein zartrosa Schimmer fing an sich zu manifestieren. Für Eltern von Leberkindern ist das ein unvergesslicher Augenblick.

Am Tag nach der Transplantation war unsere Tochter schon munter und farblich nicht mehr wiederzuerkennen.

Zwei Tage nach der OP wurde sie auf die normale Station verlegt und brüllte Tag und Nacht vor Hunger. Weil der Darm und alles andere erst verheilen musste, bekam sie in der ersten Woche nur 10 ml Milch täglich. Die Nahrung, die ihr über die Vene gegeben wurde, zählte für sie natürlich nicht, weil sie das nicht verstand. Diese Zeit war für mich als Mutter sehr anstrengend. Ich konnte ihr nicht helfen, ihr nichts erklären und sie auch nicht aufheben. Aber auch das geht vorbei.

Sie hatte jetzt weniger Medikamente als vorher zu nehmen, viele kamen weg, andere hinzu. Neu waren die Immunsuppressiva, die neben ihrem Nutzen auch ihre Tücken haben. Gerade anfangs ist die Einstellung sehr stark, um das körpereigene Immunsystem davor abzuhalten, die neue Leber zu zerstören.

https://www.netdoktor.at/therapie/immunsuppression-8565

Klara hatte das Unglück im Glück, dass sie sich ein Magen-Darm-Virus einfing und zusätzlich zu den üblichen Posttransplant-Schmerzen noch einen komplett wunden Po bekam und ich sie viertelstündlich wickeln musste, weil alles nur so durchgeronnen ist.

Trotz allem wurden wir genau drei Wochen nach der Transplantation nach Hause entlassen und Klara konnte ihr neues Leben beginnen.

Nach der Transplantation

Es gibt einige Komplikationen die auftreten können, aber nicht müssen.

http://www.medizinfo.de/operationen/lebertransplantation/komplikationen.shtml

Klara hat die „gewöhnlichen“ ausgelassen, aber leider eine EPV-Infektion durchmachen müssen. Bei ungefähr 2 % der Lebertransplantierten artet diese Virusinfektion ziemlich aus, was bei ihr auch der Fall war.

https://flexikon.doccheck.com/de/Posttransplantationslymphom

Ungefähr drei Monate nach der Transplantation mussten wir wieder für lange Zeit ins Krankenhaus. Diesmal entschieden wir uns, die Therapie in Innsbruck zu machen, was eine sehr gute Entscheidung war. Die Ärzte dort sind kompetent und freundlich. Sie arbeiten schnell und genau. Klara wurde dort ein zweites Mal das Leben gerettet.

Mittlerweile ist aus dem kleinen, kranken Haufen Baby ein willensstarkes, großes Mädchen geworden, dass ihren Alterskolleginnen in nichts nachsteht und ab Herbst sogar in den Kindergarten geht und mit ihrem großen Bruder spielt und streitet.

Oft braucht es Umwege um auf die richtige Bahn zu kommen. Man darf nur nie aufgeben!

Alles liebe Laura!

14 Kommentare zu „(Leber)transplantation! Was nun?

  1. Was für eine unglaubliche Geschichte… man wünscht sie natürlich keinem, aber meinen großen Respekt für eure unendliche Kraft!
    Ich freue mich, dass ihr aus meinem Blog etwas für euer Leben gewinnen konntet. Ich wünsche euch als ganze Familie viele schöne Stunden gemeinsam und Klara vor allem Gesundheit.
    Transplantierte Kinder können ein ganz wundervolles Leben führen, ich bin ein Beweis dafür.
    Ganz liebe Grüße.
    Rebecca.

    Gefällt 1 Person

  2. Vielen Dank für diesen offen, ehrlichen und sehr informativen Beitrag. Ich kann mich anhand dessen sehr viel besser reinfühlen, wie es euch- aber auch meinen Freunden in Dänemark geht, deren Kind auch eine Lebertransplantation hinter- und noch eine vor sich haben. Alles Glück der Welt soll euch begleiten. Ganz liebe Grüße 🍀💚

    Gefällt 1 Person

  3. Wow, Wow und nochmal WOW. Was für eine „Geschichte“, ich hatte fast durchgehend Gänsehaut und mehrmals Tränen in den Augen. Das muss eine so, so harte Zeit gewesen sein, das kann ich mir gar nicht vorstellen, auch wenn ich bei Deinen anfänglichen Ausführungen zu Ärzten und Erklärungen und Falschaussagen sehr nicken musste. Meine Mittlere hat (im Vergleich) nur Rheuma und da haben wir auch einiges durch, aber nie lebensbedrohlich.
    Ich wünsche Euch – und insbesondere Eurer Kämpferin Klara – nur das Beste, vor allem aber Gesundheit. ♥ Alles Liebe!

    Gefällt 1 Person

    1. Das mit den Falschaussagen kommt leider aber selten vor. Wir hatten wirklich ausgesprochenes Pech. Und ich möchte betonen, dass wir jetzt sehr gut betreut werden. Aber, man kommt hat nicht daran vorbei, alles doppelt und dreifach zu kontrollieren. Wie du sicher selber weißt. Danke für deine lieben Wünsche und viel Gesundheit für deine Tochter. ❤

      Liken

  4. Was für eine Geschichte!
    Und wie packend sie geschrieben ist! Mir ist heiß und kalt geworden beim Lesen, ich hatte Tränen in den Augen und Gänsehaut am ganzen Körper!
    Meinen großen Respekt für euch alle! Nicht zu vergessen die junge Spenderin! Und der „große“ Bruder, und die Mama, vor allem sie, und der Papa und die kleine Patientin, sie alle haben fast Übermenschliches geleistet.

    Als Leserin hätte ich mir das Geburtsdatum der Klara gewünscht, weil ich dann und wann während des Lesens gerne nachgeschaut hätte, wie alt das Kind jetzt ist.
    Der Lebensgefährte ist wohl auch der Papa. Das wollte ich auch schon lange fragen.

    Danke für diesen sachlichen und emotionalen und realen Bericht aus dem wahren Leben!
    Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles Gute!

    Gefällt 2 Personen

    1. Klara ist im Februar 2016 auf die Welt gekommen und ist jetzt drei-einhalb. Sie macht die Welt am liebsten auf den Schultern vom Papa unsicher, der Gott sei Dank auch mein Lebensgefährte ist. Danke für dein postives Feedback, ich habe länger rumüberlegt, ob ich mal direkt darüber schreiben sollte, weil mich immer wieder private Anfragen von Betroffenen erreichen. Letztendlich hat es mich eine ziemliche Überwindung und einiges an Kopfschmerzen gekostet. Jetzt bin ich froh, so viel liebe Worte zu bekommen und vielleicht mit meinem Artikel etwas bewegt zu haben. Vielen Dank ❤

      Gefällt 1 Person

      1. Ich kann es so sehr nachvollziehen, wir haben dieselbe Geschichte durch und ich bin so glücklich das es Meiner Tochter gut geht , aber du hast recht . Wie wir das geschafft haben, was wir alles durchhaben , wieviele schlaflose Nächte und Ängste in der Klinik. Ich finde es ist sehr schön geschrieben . Alles gute weiterhin

        Gefällt 1 Person

  5. Wahnsinn was ihr da alles durchgemacht habt mit eurer Tochter. Da ziehe ich den Hut vor euch….um das Leben seines eigenen Kindes bangen zu müssen, ist wirklich furchtbar und das wünsche ich niemanden….
    Schön zu hören, dass es der kleinen Clara mittlerweile gut geht…ich wünsche eurer Familie weiterhin alles Liebe ☺️

    Liken

  6. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich deinen Beitrag las, liebe Laura.
    Danke für die wunderbare Beschreibung, weil es so klar macht, dass es in sehr vielen Lebensgeschichten besonders schwierige Zeiten gibt. …..
    Herzliche Grüsse und weiterhin viel Kraft und Freude trotz allem, was so geschieht.
    „Benita“
    P.S.: Ich mag deinen Schreibstil sehr. 😊

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.