Wenn die Mama mit dem Papa…

„Yeaaah! Kinder auf Urlaub!“

„Was machen wir jetzt alles?“

„Mhhh. Keine Ahnung.“

Irgendwann kommt in jeder Familie dieser Moment. Wir stehen winkend und breit grinsend am Parkplatz und verabschieden unsere Rasselbande, die heulend mit Verwandten oder Freunden in den Urlaub fährt.

Endlich Zeit für uns. Für die Dinge, die wir schon ewig rausschieben. Die Abstellkammer aufräumen. Das ist so lächerlich, dass wir selber schmunzeln müssen.

Wir überlegen, was uns Familienmenschen in Anwesenheit der zwei Kleinen verwehrt bleibt.

Eigentlich nichts.

Wir überlegen, was wir Familienmenschen uns in lauen Balkonnächten ausmalen, wenn die Kinder einmal nicht da sind.

Um spontan nach Barcelona zu fliegen, ist unser Kontostand nicht spontan genug.

TAG 1:

Wir leben im Paradies

Lass uns eine Bergtour machen. Ganz ohne „Mama, ich will hoppa.“ oder „Papa, ich hab Beine-Weh.“

„Ok.“

„Wohin?“

„Ich hab da eine Idee.“

Millstätter Alpe

„Welchen Weg nehmen wir?“

„Nicht den Kürzesten. Ich möchte am nächsten Tag schon spüren, dass ich was getan habe.“

„Wenn genug Hütten auf dem Weg sind, wird das sicher der Fall sein.“

Nein. Wir machen keine Gletscherwanderung.

Der Weg ist weit genug. Die Hütten alle offen. Strike!

Millstätter Hütte

Uns kommen Familien mit Kindern entgegen. Wir lauschen und grinsen uns an. Niemand von uns wird heute irgendwen tragen. Wie es wohl an der Adria ist, bei den Anderen. So schön es ist, einmal entspannt zu zweit zu sein. Es ist ungewohnt. Wir sammeln Steine für die Kinder. Normaler Weise machen sie das selbst. Auch wenn sie nicht anwesend sind, sie sind immer da.

Es braut sich was zusammen…

Gleichzeitig mit dem Gewitter haben wir das Auto erreicht. Aus beschriebenen 2,5-3 Stunden sind fast 5 geworden. Wie gesagt, es hatte jede Hütte geöffnet.

Wir fahren nach Hause. Überlegen noch ob wir ausgehen sollten. Zuhause angekommen, sehen wir uns an und bewundern unseren Sonnenbrand. Während wir dicke Schichten After-Sun auftragen, werden unsere Beine spürbarer als sonst. Heroisch beschließen wir, am nächste Tag einen weiteren Berg zu bezwingen. Ausgehen verschoben.

TAG 2:

Wir leben noch immer im Paradies

Wir schlafen aus. Ein Luxus, der einem mit Kindern verwehrt bleibt. Kannst mit Kindern nicht machen. Das ist es also.

Unsere Gesichter brennen. Aus dem Rot ist doch kein Braun geworden.

Irgendwie tut mir alles weh. Außer der Kopf. An den Hütten, per se, kann es also nicht liegen. Mir dünkt, es wird heute wieder gewittern. Außerdem gibt es auf der Tour glaub ich, keine gute Gastronomie. Vielleicht machen wir was anderes.

„Lass uns in den Wald gehen.“

„Es gibt sowieso noch keine Pilze.“

„Was willst denn sonst machen?“

„OK. Dann gehen wir halt.“

Ich habe ganz vergessen, wie ruhig und entspannend der Wald ist, wenn man sich nur um sich kümmert. Und das Beste ist, man kann solange gehen, bis man fündig wird.

Jagdfieber.
Gesünder wird das Wochenende nicht mehr.
Für uns zwei reicht es. Knapp.

Wir sind satt und zufrieden. Nachdem wir zwei Tage in trauter Zweisamkeit verbracht haben, zieht es uns unter Menschen.

Wir fahren los, treffen Freunde. Trinken und lachen. Genießen die, vom Gewitter reingewaschene Luft. Irgendwann sind wir wieder zu Hause. Wir öffnen eine Flasche Wein, feiern die kinderlose Nacht. Fallen uns in die Arme und irgendwann mal ins Bett.

Wir schlafen uns aus. Wir schlafen das zweite Mal hintereinander aus. Wenn der Wein nicht gewesen wäre, würden wir uns noch besser fühlen.

„Ich vermiss die Kinder schon.“

„Ich auch. Sie kommen eh schon heute Abend.“

„OK.“

Das Handy läutet. An der Adria schüttet es in Strömen. Die Kinder sind schon auf dem Weg zu uns. Es macht keinen Sinn länger unten zu bleiben.

Wir freuen uns. Kriechen aus dem Bett, unter die Dusche. Fahren zur Oma. Kommen gleichzeitig mit den Andern an.

Wir fallen uns in die Arme und sind wieder vereint.

Fazit: Es ist schön, als Eltern einfach mal Zeit nur für einander zu haben. Aber es ist schwierig, sich von einer Minute auf die andere umzustellen. Elternsein ist weit mehr als ein Job. Und trotzdem freue ich mich schon auf das nächste Mal.

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