Der Status einer Mutter – Auszüge aus dem Logbuch einer Reise durch den Alltag mit Kindern

Dass das Familienleben sehr oft Herausforderungen birgt, ist nichts Neues. Was allerdings oft unerwähnt bleibt ist:

Nichts ist so lustig wie das Leben mit Kindern.

Deshalb begann ich vor einiger Zeit, die amüsantesten Meldungen und Situationen tagebuchartig in sozialen Medien niederzuschreiben und habe einige dieser Perlen sortiert und für euch ein „Best of the Rest“ daraus gemacht. Viel Spaß beim Lesen!

„-Soll ich deinen Kaktus zurück ins Zimmer stellen?
-Nein, der bleibt hier. Das ist der Notkaktus. Falls jemand noch keinen Spieß hat!“

Meine dreijährige Tochter denkt wirklich an alles.

Manchmal handelt sie allerdings intuitiv und trotzdem fällt ihr sehr schnell eine Lösung für eventuelle Problemstellungen ein:

„-Schau mal Mama, der hat eine Hand und einen Kopf!
-Wie kommst du darauf, die Wand anzumalen?
-Weil’s schön ist.
-Der Papa wird sich aber auch nicht freuen!
-Der wird das eh nicht sehen.
-Ich glaube schon.
-Nein. Sicher nicht.“

Ihre Leidenschaft für Wandmalereien hält nun schon einige Zeit an. Allerdings lässt meine persönliche Euphorie, die ich dieser Passion anfänglich entgegengebracht habe schön langsam nach:

„-Frau auf Wand. Ein Meisterwerk der abstrakten Darstellung. Klaras schöpferische Kraft hat eine weitere Spitze erreicht!“

Wahrscheinlich fehlt uns lediglich das Verständnis, weil einen der Alltag blind macht:

„Kind 2 will wissen, wer die Hausmauern in der Stadt angesprayt hat und erklärt, dass das verboten sein und die Polizei kommen müsste.
Kind 1 unterbricht den Monolog und meint nur trocken:
-Schau dir einmal die Wände bei uns zu Hause an. Und zu dir kommt auch keine Polizei. Also hör auf so spießig zu sein.“

Mein Erstgeborener ist ja sowieso mehr der pragmatische Typ. In seinem jungen Körper wohnt der alte Geist eines Wissenschaftlers:

„-Such du mir die Socken! -Nein, such sie selber. Du bist fünf Jahre und kommst nächstes Jahr in die Schule! -Nicht, wenn die Sonne bis dahin stirbt!“

Auch sehr schön war dieses frühe Fachgespräch:

„-Maaaama, wohin geht das Licht wenn man es ausschaltet?
Maaaama, fließt über dem Universum die Zeit?
Maaaama, warum brennt es auf der Sonne, obwohl da kein  Sauerstoff ist?“
-Keine Ahnung Schatzi, zieh dich bitte endlich an!“
-Tu du, ich kann das nicht!“

„-Mama, verschwinden die Gegenstände einfach ins Unendliche, wenn die Atome ihre Bindung aufgeben?
Suche für Kind 1 liebevolle(n) Teilchenphysiker(in) für regelmäßige Fachgespräche im familiären Rahmen.“

Zeit wurde es, für die Einschulung!

„Ich freu mich schon auf die Schule, dann lerne ich endlich, wie Schwarze Löcher von innen aussehen!“

Zeitgleich mit der Einschulung meines Sohnes, hat auch meine Tochter mit dem Kindergarten gestartet. Auch dafür fand mein Sohn Worte in seinem unverkennbaren Stil:

“ -Wie ein Atom, das sich vom Stromfluss getrennt hat. Kind1 (6J) beschreibt den ersten Kindergartentag von Kind 2 (3J)“

Das mit der Schule findet mein Großer eh ganz ok. Auch wenn seine Erwartungen bis jetzt nicht vollends erfüllt wurden. Aber ein Ding war schon im Kindergarten ein Thema:

„-Zieh dich bitte an!
-Nein, ich geh jetzt wieder schlafen.
-Du hast Kindergarten!“
-Aber erst nächstes Jahr Pflicht.
Super Typ, mein Sohn.“

Wenn es ums Liegenbleiben geht, ist er nie um eine Ausrede verlegen und zieht wirklich alle Register:

„-Mama, ich glaub ich hab einen Hangover.
-Wer Bücher anschauen kann, kann auch Kindergarten gehen!“

Doch für fast jedes Problem gibt es eine Lösung. Und wenn sie auch nur temporär hilft:

„Mimosenkauf: der 6-Jährige Morgenmuffel sprang um 6:30 sofort aus dem Bett um sie erwachen zu sehen. Motivation: check ✅ !“

Als wir einmal alle gemeinsam auf Reha waren, wurde mir wieder einmal so richtig bewusst, wie gleich wir doch sind:

„Kind 1: -Das Beste am Morgensport, ist das Frühstück danach.
Kind seiner Mutter.“

Meine Tochter ist da ganz anders, voller Phantasie und Gespür begrüßt sie den neuen Tag. Ab und zu verwechselt sie dann aber noch das Eine oder Andere:

„Kind 2: -Mama, aufstehen! Der Kuckuck hat geläutet! Nicht unbedingt die erbaulichste Prophezeiung, die ich jemals gehört hab.“

Es geht aber auch angenehmer, wenn das nicht mit der Uhrzeit wäre:

„5.30h, Kind2:
-Mama, Augen auf!
-Warum?
-Weil sie schön sind!“

Auch ich hab ab und zu keine Lust aufzustehen, die Gründe liegen allerdings wo anders:

„Auf meine Beschwerde hin, dass ich vom nächtlichen Theater die Nase echt voll hätte, gibt mir Kind1 den Tipp, ich könne im nächsten Leben ja auch ein Kind werden. 
Danke, Kleiner. Mach ich fix.“

Irgendwann sitzen wir dann alle am Tisch und beginnen den Tag in voller Harmonie:

„-Gott wohnt im Schwarzen Loch. Der 6-Jährige erklärt der 3-Jährigen Krankheiten, Kriege und den Klimawandel während des Frühstücks. Klassischer Montag halt. „

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und es gibt (leider) noch andere Sachen im Leben als Schwarze Löcher und Atome. Doch was dem Einen Leid, ist der Anderen Freud.

„Slowenisch lernen mit dem 6-Jährigen:
-Was heißt Jause?
-Keine Ahnung.
Die 3-Jährige:
-Malica! Zum 10. Mal!
-Woher weißt denn du das?
-Ich will nur helfen!“

Unser Leben besteht vor allem aus ganz viel Aktivitäten. Oft treffen sie unser aller Geschmack, ab und zu nur meinen. Aber jeder macht das Beste daraus.

„Natur-Kosmetik-Workshop mit Kind 1:
-Das ist kein Labello, das ist ein Brennstab.“☢️💄☢️💄“

Ab und zu will man trotzdem einfach nur zu Hause das Gehirn aushängen lassen:

„-Gott sei Dank, es regnet. Dann kann ich endlich in Ruhe Teleshopping schauen.
– Da muss ich dich enttäuschen, Kleiner.“

Weil wir viel unternehmen, sind wir oft mit dem Auto unterwegs. Die Kinder vertreiben sich die Zeit gerne mit dem Erweitern ihrer Musikkenntnisse:

„Während der Heimfahrt auf der Autobahn, möchte Kind 1 wissen, wie das Lied heißt, dass es irgendwann, irgendwo, in irgendeiner Küche gehört hat. 
Wohl wissend, dass sich die Ermittlung des korrekten Titels als schwierig erweisen wird, fängt es an von hinten nach vorne zu schimpfen, wie unfähig wir seien, das Lied nicht zu erkennen, obwohl wir erwachsen seien.
Auf meine Entgegnung hin, dass das Kind 1 noch nicht einmal begonnen hätte zu singen und endlich starten solle, folgt der ultimativ entwaffnende Konter: -ICH KANN NICHT SINGEN, IM TUNNEL HAB ICH KEINEN EMPFANG!“

Leider hat empfängt das Autoradio mehr als man oft will:

„Kind 1 will um alles in der Welt wissen, weshalb ausgerechnet Kronehit im Auto kaputt ist. Es wird täglich enger, in meinem perfiden Netz aus Lügen.“

Aber auch meine Tochter weiß ganz genau, was sie hören will:

„Ein Skandal, der zu weit ins Private reicht. Die Kleine will die Vengaboys auf ihre Toniebox haben. Genug ist genug.“

Auch zum Thema Körperpflege hat sie für ihr Alter eine sehr elitäre Einstellung:

„Das Geheimnis babyglatter Haut ist gelüftet!“

Gott sei Dank gibt es die Badewanne. Dort plantschen meine Kinder für ihr Leben gerne und sparen auch dort nicht mit ihren Meldungen:

„Badewanne:
Kind 1: -In Deckung, Tsunami kommt!
Kind2: -Was ist ein Tsunami?
Kind1: -Eine richtig fette asiatische Welle.“

Fette asiatische Wellen hinterlassen fette Spuren im Badezimmer, auch sonst ist es bei uns nicht immer perfekt aufgeräumt, aber:

„Wir haben Kind 1 verboten sein Zimmer aufzuräumen. Weil wir saubere Kinderzimmer hassen und nichts mehr nervt. 
So sauber wie jetzt war es selten.“

Und was wir sowieso alle wissen:

„Die, mit ordentlich viel Leben, haben meist Kinder.
Die ohne Kinder, leben meist viel ordentlicher.“

Denn es ist ja so:

„Partielle Reinigungsaktionen im Vorfeld von Familienbesuchen, die streng genommen nur der Kosmetik dienen, sind wohl die Krönung der Sinnfreiheit, wenn es um die eigene Eitelkeit geht. Sonntag. Eh wissen.“

Sonntage haben es in sich:

„Sonntag. Einst gemeinhin bekannt als Tag des Schmerzes, ist er nun der Tag der Wäsche. Was von den zwei Deklarationen das geringere Übel ist, wage ich nicht zu entscheiden. Ein Kompromiss wäre, die Wäscheberge sauber zu trinken. Jedoch dünkt mir, diese Lösung wäre nur temporär.“

Und am meisten liebe ich diesen Sonntag, der uns nur zweimal im Jahr beehrt:

„Es wundert, dass in Zeiten der wohldurchdachten Familientoleranz noch immer keine Rücksicht auf die arme Zeitumstellung genommen wird. 
Wann werden das die Kinder endlich lernen?“

Das Benehmen der Sprösslinge lässt so manchen Schluss zu, auch wenn man damit nicht immer richtig liegt:

„Ich hätte alles verwettet, auf dass heute Vollmond ist. Nach Durchsicht des Kalenders darf ich verkünden: es handelt sich um eine „Phase“…“

Denn es ist ja so:

„Jene, die des Mondes Kraft leugnen, sind die Kinderlosen.“

Mehr Perlen gibt es hier:

https://www.facebook.com/unsociallife

und hier:

https://twitter.com/SchonAber

2 Kommentare zu „Der Status einer Mutter – Auszüge aus dem Logbuch einer Reise durch den Alltag mit Kindern

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