Wir können über die momentane Situation denken, was wir wollen. Fakt ist, wir müssen da durch – ob wir wollen oder nicht. Ich möchte euch unseren Weg zeigen, diese Zeit sinnvoll zu nutzen und sie als Familie angenehm zu gestalten.

Mit der Jammerei aufhören!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder Änderungen prinzipiell gut wegstecken. Ich weiß aber auch, wie Kinder reagieren, wenn die Stimmung bei den Eltern nicht gut ist. Wie oben schon erwähnt – wir befinden uns in einer Situation, die bestimmt nicht gleich morgen wieder vorbei sein wird. Also machen wir das Beste daraus. Geht es uns gut, geht es den Kindern gut!

Macht euch fit für draußen!

Vieles ist verboten, eines aber nicht. Das Rausgehen. Momentan sind die Temperaturen noch halbwegs erträglich, das kann sich aber jeden Tag ändern. Besorgt euch – falls ihr das nicht eh schon habt – schlechtwettertaugliches Outdoor-Gewand. Auch in den kälteren Jahreszeiten bieten sich Wanderungen, Spaziergänge, Waldexkursionen an, die eine ganz andere, aber trotzdem wunderschöne Stimmung ihr eigen nennen. Gerade im Herbst tun sich viele Gelegenheiten auf, die Natur genauer unter die Lupe zu nehmen. Neben Kastaniensammeln und bunten Herbstlaub erblüht momentan im Wald ein Pilzeldorado. Ihr kennt euch aber nicht aus? Macht nichts – wir uns auch nicht. Interessante Exemplare werden in ihrer Umgebung von allen Seiten fotografiert und zuhause so gut wie möglich bestimmt. Das ist nicht nur für unsere Kinder sehr spannend. Bewegung an der frischen Luft löst Stress und Verspannungen, bietet Abwechslung zum grauen Alltag, entschleunigt und Kinder haben die Möglichkeit ihre überschüssige Energie loszuwerden. Gerade wenn das Herumgetolle mit Freunden fehlt, sollten wir das jetzt kompensieren und Bewegung in der Natur zu unseren täglichen Ritual werden lassen.

Die Welt nach Hause holen.

Ihr vermisst euer Lieblingslokal ? Verstehen wir. Deshalb kochen wir immer an einem bestimmten Wochentag gemeinsam. Probieren Rezepte aus. Experimentieren mit neuen Gewürzen. Holen uns, zum Beispiel das Running-Sushi-Feeling ins Haus. Es ist zwar nicht das Gleiche, aber anders – anders gut und was neues in unserem Alltag.

Wir planen

Wir haben festgestellt, dass die Dinge kontrollierter ablaufen, wenn wir uns die Zeit im Vorhinein einteilen und das Ganze pro Kind schriftlich bzw. bildlich festhalten. Fixe Zeiten sind für Homeschooling und Homeoffice reserviert, aber ebenso setzen wir fest, wann Spiel- und Familienzeiten stattfinden. Dadurch erreichen wir mehr Produktivität und die Kinder können sich orientieren. Ein Time-Timer hilft Kindern dabei, die Einheiten selbst zu kontrollieren.

Wir setzen uns Ziele

Zusätzlich zum Tagesplan gibt es Wochenziele, die wir erreichen wollen. Neben den Schulsachen fällt unter anderem Hausarbeit darunter. Als Mutter möchte ich auch in dieser Zeit nicht im Schweinestall versinken und wir erledigen Dinge gemeinsam. Je nach Alter gibt es Aufgaben, die die Kinder miterledigen können und ihnen im besten Fall Spaß machen. Ist der Punkt auf der jeweiligen Liste abgehakt, gibt es eine kleine Belohnung.

Wir beginnen mit einem Projekt

Gemeinsam überlegen wir, was wir gerne gemeinsam machen wollen und ziehen das auch durch. Dafür nehmen wir uns gemeinsam mit den Kindern die Zeit und erledigen das. Das Projekt kann alles mögliche sein. Angefangen von einem umgestellten Kinderzimmer mit aussortierten Laden bis hin zum selbstgebauten Puppenhaus. So nutzen wir die zusätzliche Zeit zuhause sinnvoll und tragen den Nutzen über den Lockdown hinaus.

Wir schaffen Rituale

Schaffen wir uns Fixpunkte in dieser Zeit, auf die wir uns freuen. Sei es ein gemeinsames Frühstück mit vielen gemeinsam zubereiteten Leckereien, zu dem wir sonst nicht kommen, ein wöchentlicher „Kinoabend“ mit selbst gemachten Popcorn und einer Sofaübernachtung oder ein Brettspiel-Abend. Dadurch belohnen wir uns als Familie nach einer Woche Zusammenarbeit und läuten zum Beispiel das Wochenende ein.

Wir nutzen Technologie sinnvoll und gezielt

Mit Oma video-telefonieren: Ja! Kinder vorm Handy parken oder selber stundenlang in Facebook versinken: Nein.

Kinder brauchen in dieser Zeit persönliche Betreuung und Unterstützung. Obwohl wir uns, im Stress versinkenden Erwachsene, als die Leidtragenden sehen, fassen es unsere Kinder noch dicker aus. Sie sind leider ebenso isoliert wie wir, zudem noch völlig abhängig von unserer Zuwendung und Unterstützung. Auch wenn es teilweise wirklich harte Arbeit ist, widmen wir unseren Kindern aktiv die Zeit die sie brauchen!

Ich wünsche euch alles liebe und hoffe ihr kommt gut durch die Zeit. Und behaltet die Nerven!